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Neuigkeiten
05.06.2020, 16:09 Uhr | Übersicht | Druckansicht
BMR fordert fachliche Untermauerung der staatlichen Verordnungen zum Musizieren in Bayern
Wiedereinstieg in das Musikleben: ein Stiefmutter-Konzept?


Als „Stiefmutter-Konzept“ empfinden die Laienverbände im Bayerischen Musikrat das Einstiegspapier der Staatsregierung aus der Pandemiekrise Covid 19. Dr. Thomas Goppel, Präsident des BMR:  „Was uns da nach wochenlangen Debatten ohne jede Beteiligung der Betroffenen vorgesetzt wird, zerstört bei den Chorverbänden mit immerhin 90.000 aktiven SängerInnen eine vierzigjährige Aufbauarbeit, weil sie wie kaum andere ein absolutes Einsatzverbot einhalten sollen. Die Bläser und andere Instrumentalisten müssen sich mit einer einwöchigen Probenzeit anfreunden, in der die Auflagen so gesetzt sind, dass letztlich nur im Freien trainiert werden kann.“ 


Probenverbot für SängerInnen

Goppel, der in den zurückliegenden zwei Wochen gemeinsam mit den Präsidenten der Fachverbände im Disput mit dem Kunstministerium durchgängig für die Musik stand, spricht von Verbitterung, die sich vor allem bei den Chorverantwortlichen breitmacht, weil sie wie die Tonkünstler und mehrheitlich andere in der Musikszene von der Politik ignoriert wurden und jetzt mit einer ohne fachliche Untermauerung in Stein gemeißelten Vorlage weiter „den Mund zu halten verpflichtet werden“. Der Kulturschaden, der so bei den leidenschaftlichen Sängern und Musikern ausgelöst werde, lasse sich mit einer CORONA-Begründung nicht mehr erklären. Goppel: „Sängerinnen und Sänger empfinden das Vorgehen der Staatsregierung als unzumutbare Gängelung.“

Messungen zur Virusanreicherung bei Bläsern blockiert

Auch der Blasmusiksektor ist mit der Vorlage aus dem Gesundheitsministerium alles andere als zufrieden. Eine ehrliche Bestandsaufnahme der Musizierbedingungen habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Die Bitte, mit der Musikergemeinschaft Messungen zur Virusanreicherung der Luft durchführen zu lassen, wird seit mehr als einem Monat blockiert.

Goppel: „Die Wissenschaft und unsere Praktiker stehen Gewehr bei Fuß und geschürzten Lippen ohne jeden Verhaltensimpuls.“ „Ja“, sagen die Präsidenten der Blasmusikverbände, „wir freuen uns über das Zugeständnis, vor ersten Einsätzen eine Woche lang proben zu dürfen. Die Auflagen dazu lassen sich zwar nur mühsam, aber erfüllen. Trotzdem empfinden die 125.000 Instrumentalisten die nun schon 3 Monate währende Bläsersperre als übertriebene Vorsorge, wenn bedacht wird, was sich der Sport sichtlich problemfrei hat genehmigen lassen.“

Beteiligung bei der Erstellung von Regeln oder Ausstieg

Die Musikverbands-Vertreter erwarten von der Staatsregierung, „ihrem Minister“ und der gesundheitlichen Seite, endlich so ernst genommen zu werden wie Sport, Mittelstand und andere Verbände, die an der Erstellung betriebseinschränkender Regeln von Anfang beteiligt waren.

Die Musikverbände in Bayern vermissen unter Hinweis auf längst beschaffte Erkenntnisse in Baden Württemberg und Österreich die Erlaubnis, vorliegende Einsatzbeschränkungen der Instrumente und eigenen Stimmen wissenschaftlich untersuchen zu dürfen und bei der Festlegung der Einsatzbedingungen der Chöre und Orchester (Kapellen) gehört und ab sofort beteiligt zu werden. Aus Mitgliederkreisen hört man den Vorwurf deutlich: „Das, was man historisch Stiefmüttern nachsagte, mangelndes Interesse an den ‚neuen‘ Kindern, ist von der Exekutive in Bayern seit Corona-Eintritt praktiziert worden. Wir steigen aus, wenn das so bleibt!“

Goppel: „Insbesondere möchten die beiden Großen unter den Laienverbänden der Musik wie andre im Freistaat auch - wie übrigens vor zwei Wochen  versprochen - von der Gesundheitsministerin angehört sein, bevor weiter Richtlinien neu festgeschrieben werden.“
 

Pressemitteilung – Bayerischer Musikrat
München, den 5. Juni 2020


© Blasmusikverband Vorspessart e. V.